Hallo
SuperMotarder!
Nach
meinem ersten SuperMoto-Jahr in der Enduro-Serien-Klasse (Gesamt:
4. Platz) wollen KTM-Baumschlager und ich im Jahr 2002 verstärktes
Augenmerk auf SuperMoto legen.
Dieses
Jahr wird in der Klasse "bis 300ccm 2Takt/455 ccm 4Takt" gestartet,
die 2002 neben der (Hubraum-) offenen Klasse nun auch Staatsmeisterschafts-Status
erhalten hat.
Franz
Baumschlager und ich, haben uns einige Gedanken über den Aufbau
eines geeigneten Motorrades gemacht. Schlußendlich fiel die
Entscheidung wieder für auf 2-Takter. Damit werde ich in der
SuperMoto-Szene zwar sicher in der Minderheit sein, was die Sache
aber umso interessanter macht.
Warum
eine EXC (Enduro) als Basis und keine SX (MotoCross)?
Die
EXC unterscheidet sich nur geringfügig von der SX - nichts
was man nicht umbauen könnte. Die Unterschiede im Motor bringen
der SX zwar leichte Vorteile, was aber die EXC durch längere
Haltbarkeit (z.B. des Kolben) "ausgleicht".
Der
Hauptvorteile lagen aber auch darin, daß man mit einer angemeldeten
Enduro (auch wenn sie voll auf MX oder SM umgebaut ist) ohne Probleme
über die EU-Grenzen fahren kann; was mit einer SX nicht sooo
leicht geht.
...
und daß ich damit immer noch Enduro-Rennen mitfahren kann
;-)
Unser
Konzept für unser neues SuperMoto-Gerät: ein leichter
2-Takter mit möglichst viel Leistung (no-na-ned) und vorallem
einer erstklassigen Bremsanlage
Denn
es gibt 2 Möglichkeiten den Gegner zu überholen:
1.
beim Beschleunigen oder 2. beim Anbremsen
Damit
man einen ungefär gleich gut fahrenden Piloten beim Beschleunigen
überholen kann, braucht man schon ein großes Mehr an
Leistung ... was bei dem immer mehr betriebenen Material und Tuning-Aufwand
der Konkurrenz immer schwerer und teuerer wird.
Daher
konzentrierten wir uns lieber auf die Variante 2 "das An- bzw. Ausbremsen".
Dies soll eben durch den leichten 2-Takter und der genialen Bremsanlage
von KTM möglich sein ... und einem großen Herz meinerseits
;-)
Bremsanlage:
Die
KTM-Werks Bremsanlage wird von Beringer produziert und wurde im
Vorjahr auch von Hannes Maxwald in der offenen Klasse erfolgreich
eingesetzt (SuperMoto-Staatsmeister 2001).
Die
Guß-Scheibe hat keine Löcher, wodurch sie - bei gleicher
Auflagefläche - auch kleiner sein kann (310mm Durchmesser)
als eine herkömmliche 320er Scheibe!
Durch
das spezielle Material und die Dicke der Scheibe, wird mehr entstehende
Wärme als bei einer herkömmlichen Scheibe absorbiert.
Wenn genug Wärme aufgenommen wurde, wird der Überschuß
abgeführt.
Die
Scheibe behält somit auch länger eine konstante Betriebs-Temperatur,
was am Start bzw. der ersten Runde bei einem Rennen sehr entscheidend
sein kann. Dabei wird die Scheibe in der Einführungsrunde - wenn
geht - auf annähernd Betriebstemperatur gebracht, die dann auch
noch wärend der Wartezeit vor der Startampel (ca. 1 min) erhalten
bleibt.
Trotz
dieser "Wärmespeicher"-Funktion gibt es keinerlei thermische
Probleme im Betrieb.
Der
Bremssattel kann bei USD-Gabeln mit 43/48mm direkt (ohne Adapter)
angeschraubt werden und mit dem Standard-Bremshebel betrieben werden!
Nach
mehreren Tests in der Halle und auf "High-Speed" Strecken wie Greinbach/Hartberg
kann ich sagen, daß die Bremsanlage sehr gut arbeitet und
mit dem Standard-Hebel + Zylinder ganz problemlos mit 1 Finger gebremst
werden kann. Die Dosierbarkeit der Scheibe ist genial! Bin froh,
daß ich mir nicht zusätzlich einen spez. Radial-Bremshebel
genommen hatte. Der wäre für diese Bremsanlage und meinem
"kleinen" 2-Takter sicher zu viel des Guten gewesen. Da wären
gscheite Anbrems-Brezn im Offroadteil vorprogrammiert gewesen.
Leistung:
Klar
"Leistung ist nicht alles". Es kommt noch immer auf den Fahrer drauf
an. Aber der fahrerische Anteil ist beim Straßensport doch
deutlich geringer als beim offroaden. Weils halt offroad durch die
Anleger, Rillen und Steilkurven sehr viele verschiedene Linien gibt.
Beim SuperMoto gibts aber genau 1 "schnellste Linie" und wer die
am genauesten trifft ...
Ich
meine: Ein guter 125er Crosser kann auch gegen einen ca. gleichwertigen
520er Crosser bestehen. Auf einem Enduro-Spezial-Test durch den
Wald ist eine 125er sogar sicher schneller als eine 520er.
Mit
einer 125er hätts aber !egal wer! in der offenen SuperMoto-Klasse
SEHR schwer.
Deshalb
hat uns einerseits die Leistungsfähigkeit einer Serien-250er
und der Unterschied zwischen einer 250er 2-Takt und einer 400er
4-Takt interessiert. Um dies zu klären gingen wir auf den Prüfstand.
Hier
das Ergebnis der beiden Testmotorräder in der Serienausstattung:
Was
ich gehofft hatte, aber selbst nicht gelaubt habe, stand nun fest.
Der 2-Takter hat sogar serienmäßig schon mehr Leistung
als der vergleichbare 4-Takter.
Nun
ging es daran die verschiedenen Auspuff-Varianten, die KTM anbietet,
zu testen:
KTM
SXS - Motocross Enddämpfer
KTM
SXS Birne |
KTM
EXC SixDays - Enduro Enddämpfer
KTM
SXS Birne |

go
to: Shop
|

go
to: Shop
|
Prüfbericht: |
Prüfbericht: |
| Leistung:
48,7 PS (+ 3,2 PS gegenüber Serie) |
Leistung:
48,0 PS (+ 2,5 PS gegenüber Serie) |
Die
KTM Werks-Auspuffkomponenten halten damit was sie versprechen. Jeder
von uns kennt die Prüfdiagramme der verschiedensten Auspuff-Hersteller
die unglaubliches versprechen und manch einer hat den s.g. Tuning-Auspuff
nach dem 1. Test gleich wieder runterschraubt.
Ist
aber eigentlich auch leicht erklärbar: Wer sonst, außer
dem Motorrad-Hersteller, verbringt so viel Zeit mit SEINEN Motorrädern
bzw. Auspuff-Komponenten um das Maximum an Leistung herauszu holen.
Ein
Auspuff-Hersteller xy der für KTM, Honda, Yamaha, Suzuki, Kawasaki
& Co. Auspuffe herstellt, kann nicht für jede Marke, jeden
Motor jedes Baujahres diese Zeit aufwenden, wie es der Hersteller
tun kann, weil dieser ja nur seine Motorräder testen muß.
Vor
allem muß man auch immer aufpassen, ob die Komponenten nicht
nur oben PS bringen aber dafür unten irgendwo wegnehmen, oder
umgekehrt.
Die
KTM Anlage zeigt in den ersten 80% der Kurve einen identischen Verlauf.
Nur oben raus erscheint ein Plus an Leistung; in keinem Bereich ist
ein Verlust zu erkennen.
Was
nicht zu unterschätzen ist: am Leistungs-Maximum bildet sich
nun auch ein Plateau ab.
D.h.
die Maximal-Leistung bleibt bei ansteigender Drehzahl für längere
Zeit verfügbar, bis die Leistung wieder abnimmt. Dadurch kann
man mehr "Zeit" im Bereich der Maximal-Leistung "verbringen" bevor
man schalten muß, weils sonst bergab geht.
Eines
sollte jeder Besitzer seiner SXS-Auspuffanlage aber beachten: immer
gut pflegen!
Die
SXS-Birnen rosten sonst sehr schnell, wenn man sie nicht brav mit
MoS2 o.ä. einsprüht! Damit schauen die super-geilen Birnen
auch noch nach langer Zeit so aus, wie am 1. Tag.
102
kg
|
Gewicht:
Ein
weiteres Geheimnis des Erfolges, das eigentlich schon lange keines
mehr ist, ist das Gewicht des Motorrades UND des Fahrers. Ich bin
leider kein Mathematiker, denn sonst könnt ich Euch das jetzt
vorrechnen.
Es
gibt aber schöne Simulationsprogramme am Computer die einem
zeigen, wie es ausschaut, wenn eine 250er mit einem Fahrer mit 75kg
neben einer 400er 4T mit einem Fahrer mit 95kg beschleunigt. Der
Unterschied ist gewaltig! Bei fast gleich starken (Serien-)Motoren
aber ca. 25kg Gewichtsunterschied sind das einige Meter bei einer
Beschleunigungsstrecke vom 1. bis in den letzten Gang.
D.h.
es gibt hier 2 Einsparungsmöglichkeiten:
1.
das eigene Körpergewicht: man fasse sich an die Hüften
und prüfe das Einsparungspotential ;-) So manch einer hätte
da einige Kilo einzusparen, was nicht nur Frau od. Freundin freuen
würde, sondern auch die Geldtasche. Denn Variante 2 kostet
zwar keine Mühe, aber Geld.
2.
das Motorrad abspecken: Auspuffanlage?, Ständer?, Lichtmaske/Blinker/Bremslicht?
(wenn man nicht auf der Straße od. der Serienklasse fährt)
... oder eben gleich ein leichteres Moped zulegen.
Vielleicht
ein Wort zur aktuellen Frage 4.25" oder 5" Hinterradfelge: Ob das
"mehr" an Auflagefläche des Reifens bei einer 5" Felge das
mehr an Gewicht (Felge+Reifen!) der bewegten Masse rechtfertigt/ausgleicht/übersteigt?
Bei
einer KTM 660 SM Replica wirds wahrscheinlich keine Rolle spielen,
aber je kleiner/schwächer der Motor ist, wird das Thema - im
wahrsten Sinn des Wortes - immer gewichtiger. Jedes Gramm an Teilen
die beschleunigt bzw. abgebremst werden müssen, ist extrem
wichtig. Da ist es vergleichsweise "wurst" ob da noch Blinker mitfahren
oder nicht.
Der
einzige Fall wo ich für ein mehr an Gewicht plädiere,
ist ein E-Starter!
Echte
Männer (von gestern) meinen natürlich, daß man da
nicht nur mehr als 1kg einsparen kann, sondern sowas nur was für
Vorwärtseinparker ist: "Ein Motorrad wird per Kick zum Leben
erweckt ..."
Ich
sehe das anders:
Man
muß bei der ganzen Gewichts-Diskussion natürlich realisitisch
bleiben. Durch Einsparung von irgendeinem Kilo wird noch kein Rennen
gewonnen und auch nicht unbedigt ein 10. in einen 5. Platz verwandelt.
Aber
wieviele Plätze hat manch einer schon verloren, als er sein
Gerät abgewürgt hat, oder der Motor nach einem Sturz aus
ging? Bzw. wieviele Plätze hätte er sich sparen können,
wenn er nicht 1-5 x kicken hätte müssen (und dabei auch
Kraft verlor) sondern aufs Knopferl drücken hätte können
?! ;-)
Hier
eine schöne Möglichkeit wie man bis zu 1.5 kg einsparen
kann und dabei an Leistung & Optik gewinnt:
KTM
SXS - Motocross Enddämpfer
KTM
SXS Birne |
KTM
EXC SixDays - Enduro Enddämpfer
KTM
SXS Birne |


go
to: Shop
|

go
to: Shop
|
| Gewicht:
3,2 KG (-1,4 KG gegenüber Serie) |
Gewicht:
3,6 KG (-1,0 KG gegenüber Serie) |
Reifen:
Das
Thema Reifen ist beim SuperMoto wahrscheinlich einer der größten
Faktoren, die über Sieg&Niederlage entscheiden. Wir werden
dem Thema Reifen (Slicks, Regenreifen, Serienreifen) in einem getrennten
Bericht mehr Aufmerksamkeit schenken.
So
wie wir es in der Vergangenheit schon bei den Offroad-Reifen getan
haben: MITAS
Reifen-Bericht
Protection:
Das
i-Tüpfelchen, daß man einem Wettbewerbs-Motorrad vielleicht
verpassen sollte, ist ein Mindestmaß an Protection. Was nicht
alleine der Optik dient, sondern auch entscheidend sein kann, ob
man das Ziel erreicht oder nicht.
Simple
Rally-Guards schützen bei einem Sturz die Brems-/Kupplungshebel
vor dem Abbrechen, was das AUS bedeuten würde.
Oder
der Motorschutz (wenn man auch im Gelände fährt)
der vor allem den gefährdeten Zündungsdeckel der 4-Takter
schützt. Mit einem Neopren-Überzug für die
Gabel kann die Lebensdauer der Gabelsimmeringe um mehr als das doppelte
erhöhen werden, weil Schmutz abgehalten wird!
Kleiner
Tipp: Carbon-Folie über die Gabel-Holme - schaut nicht
nur nett aus, es bewahrt auch die Gabel vor unschönen Steinschlägen,
was sich beim Wiederverkauf der Mopete vielleicht angenehm im Preis
bemerkbar macht.
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Carbon-Folie
gegen Steinschlag
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Standard-Gabelschutz
und
Neopren
Überzüge
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So,
ich hoffe es waren interessante Sachen für Euch dabei. Vielleicht
ein paar Antworten auf Fragen die Ihr schon lange mit Euch herumtragt,
oder einfach nur einige Themen die es wert sind, sich ein paar Gedanken
darüber zu machen.
Für
Fragen steht Euch Baumi am Telefon oder jederzeit über das
Baumschlager
Technik-Forum zur Verfügung. Baumi und ich werden diese
Fragen gerne persönlich beantworten.
Viel
Spaß und Glück & Erfolg in der neuen SuperMoto Saison
2002.
Bericht:
Patrik Schuster
Endurostaatsmeister
2000 (2T-Amateure) und SuperMoto-Einsteiger
- Foto-Webseite
Hinweis:
Alle Angabe beziehen sich auf genau die hier getesteten Motorräder.
Die erziehlten Werte können von Motorrad zu Motorrad abweichen.
Eine Garantie auf Leistungssteigerung und Standfestigkeit kann natürlich
nicht gegeben werden.
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